Visualització © Smolenicky & Partner Architektur
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Bet- und Lehrhaus Petriplatz

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Localització
Berlin, Germany

Wie muss ein Bauwerk beschaffen sein, welches Transzendenz atmet, und dem beten dient?
Seit Jahrhunderten spiegeln sich in den sakralen Bauten drei Phänomene wieder:
Zum einen die reine Architektur. Sie verkörpert die ideale Welt, wo Menschen dem göttlichen Ideal begegnen können.
Zum zweiten Ihre nach innen Gerichtetheit. Sie vermittelt dem Betrachter Schutz und Ruhe und ermöglicht die Reflexion als Voraussetzung für das Gebet.
Zum dritten die monumentale Ordnung. Sie ist das materiell, architektonische Adäquat zur Größe des göttlichen.

STÄDTEBAULICHE SITUATION UND DIE ÄUSSERE GESTALT

Drei Türme, die architektonischen Repräsentanten der drei Religionen, dominieren die Silhouette des neuen Kirchenhauses. Zwei von ihnen wachsen aus der Arkade zur Gertraudenstrasse. Sie bilden die typologische Differenz zu den benachbarten Wohn- und Geschäftshäusern. Die Doppeltürme geben der Fassade zur Gertraudenstrasse ihre starke, identitätsstiftende Wirkung als Kirche und als besondere Institution an diesem Ort. Der dritte Turm findet seine Logik in der Orientierung zur Brüderstrasse. In dieser Konstellation sind die Türme einerseits im städtebaulichen Kontext richtig positioniert, andererseits bilden sie untereinander eine klare Ordnung.
Die Volumetrie des Hauses folgt einer inhaltlichen Logik. Der zweithöchste Gebäudeteil, neben den drei dominierenden Türmen, ist der zentrale Raum, dieser dient allen drei Religionen als Begegnungsort. Die drei Sakralräume sind volumetrisch kleiner als der Zentralraum. Die Sakralräume sind aber als Einheit mit ihren jeweiligen Türmen zu sehen. In diesem Sinn entsteht eine Gleichwertigkeit zwischen der Autonomie jeder Glaubensgemeinschaft und dem Anspruch an einen gemeinsamen Ort der Begegnung.

UMGANG MIT DEM ARCHEOLOGISCHEN BESTAND

Das neue Haus sieht sich, in der Jhdt. alten Kontinuität des Kirchenbaus, an diesem Ort. Daher entwickeln sich viele architektonische Maßnahmen aus der Logik des Bestandes.
Das Projekt folgt zum Beispiel in seiner äußeren Begrenzung dem Wandverlauf der Ruine. Im Inneren leiten große Backsteinbögen die Lasten der oberen Wände auf die tragfähigen Überreste der Mauern der ehemaligen Stark’schen Kirche. Oberhalb dieser massiven Wände und Bögen des Erdgeschosses, sind die Wände der neuen Kirche als feingliedrige vertikale Pilaster ausgebildet, so als wollten sie möglichst kleine Lasten auf die alten Mauern setzen.
Bevor die Fassade des neuen Hauses auf die Fundamente der Ruine trifft, löst sie sich in kleine Bogenkonstruktionen auf, so dass die alten Mauern zum Vorschein treten. Die unterste Ebene des neuen Hauses befindet sich auf -1.25 Metern, dort wo die Überreste der letzten Kirche sichtbar werden. Sie werden im Boden des Erdgeschosses als Muster integriert und zeigen einerseits die Logik der neuen Wände, sowie auch die Komplexität der Historie und ihrer vielen Geschichten.

DIE VERTIKALITÄT

Wegen der Begrenztheit der horizontalen Ausdehnung entwickelt sich das Haus stark in die Vertikale. Die innere wie auch die äußere Anmutung der Wände thematisiert und steigert dieses grundsätzliche Phänomen des Hauses. Es wird zur dominierenden Identität des gesamten Projektes.
Wie bei den Aussagen zur Transzendenz erwähnt, will die entstandene Monumentalordnung der Vertikalpilaster zum materiell, architektonischen Adäquat des Göttlichen werden.

DER ZENTRALE RAUM

Die drei Sakralräume, mit ihren maximalen Ausdehnungen, bilden die drei Umfassungswände des Zentralraumes. Die vierte Wand öffnet sich im Erdgeschoss zur Arkade. Der Zentrale Raum ist somit gleichzeitig Eingangshalle, Erschließung- und gemeinsamer Versammlungsraum. Dieser multiple Gebrauch trägt dazu bei, dass auch das alltägliche Durchschreiten und Verweilen zum Anlass für Begegnungen wird und dient nicht nur der organisierten, formellen Veranstaltung. Dieser Raum hat die gleiche Funktion wie ein öffentlicher Platz in der Stadt.

IDENTITÄTSSTIFTENDE MATERIALISIERUNG

Die architektonische Kultur und Identität einer Stadt entsteht in der Wiederholung und Variation von vorhandenen architektonischen Phänomenen. Eines dieser identitätsstiftenden Merkmale ist die Verwendung von Backstein im Kirchenbau von Berlin. Dieses Projekt möchte sich in die Kontinuität dieser Tradition stellen und sie stärken.

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